Uwe Herold

Was ich von Robert Doisneau gelernt habe

Das Auge von Paris

Robert Doisneau verfügte über einen ausgesprochenen Sinn für komische Situation, für das Ungewöhnliche. Wie bei vielen Humoristen liegt in den Bildern Robert Doisneaus ein größerer Ernst, als es zunächst den Anschein hat.

Alle Rechte bei Atelier Robert Doisneau, Paris

„Ich hatte großen Spaß daran, das Abseitige ins rechte Licht zu setzen, die Menschen ebenso wie die Orte…“

Nicht wenige seiner Bilder haben, obwohl sie komisch sind, etwas Trauriges, vielleicht auch einen unfreiwillig sarkastischen Blick auf die Welt und den Menschen. Robert war mit Schauspielern unterwegs, aber auch mit einfachen Menschen. Er hat Bilder inszeniert und arrangiert. Robert hat mit Schauspielern Fotosessions gemacht. Er hat für Modemagazine fotografiert. Er hat Schwarz/Weiß fotografiert und in Farbe.

Alle Rechte bei Atelier Robert Doisneau, Paris

„Sehen, das heißt manchmal, sich mit wenigen Mitteln eine kleine Bühne bauen und dann auf die Schauspieler warten. Auf wen wartet man? Ich weiß es nicht, trotzdem warte ich.“

Alles mögliche hat er ausprobiert und sich nicht festgelegt bzw. festlegen lassen. Dabei erschienen seine Bilder immer authentisch, nicht gestellt. Seine Bilder wirken heute immer noch authentisch und überhaupt nicht veraltet, obwohl sie aus einer vergangenen Zeit stammen. Seine Ernsthaftigkeit hat ihn davor bewahrt, Not und Elend sentimental zu verklären. Sein Fingerspitzengefühl versetzte ihn in die Lage, etwas aus den banalen Situationen zu machen.

Alle Rechte bei Atelier Robert Doisneau, Paris

Er konnte unzählige Aspekte des Alltagslebens erfassen und sie durch seine Aufrichtigkeit und Anteilnahme in außergewöhnliche Augenblicke verwandeln. Robert war stets allein unterwegs und wurde nie müde sein klein, abgestecktes Revier zwischen Paris, Gentilly und Montrouge zu durchstreifen.

„Ich bedauerte, nicht näher an die Leute herankommen zu können, doch ich traute mich einfach nicht, näher ranzugehen. Und heute sind es gerade diese Bilder mit viel Umraum, die am meisten berühren.“

Ich kann Euch das Buch von Jean Claude Gautrand nur wärmsten ans Herz legen. Es werden interessante Stationen seines Lebens beleuchtet und man bekommt einen sehr guten Überblick über Roberts Arbeit.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2019 Uwe Herold

Thema von Anders Norén