Uwe Herold

Wie ich die Herausforderung in der Fotografie finde

Wenn du wie ich in einer Großstadt lebst ist es, zumindest für eine Zeit, relativ einfach Motive zu finden. Irgendwann kommt allerdings der Zeitpunkt, da hast du das Gefühl das es nichts mehr zu sehen gibt.

Selbst in einer Stadt wie Hamburg. Mir ging es zumindest schon so manches Mal so, dass ich dachte: Ich kenne hier jeden Winkel, jede Straße, jede Ecke. Es schien als gab es für mich keine Herausforderung mehr in Hamburg.

Wesermarsch, 2017

Wie es manchmal so ist, zu der Zeit sind wir zu meiner Schwiegermutter in die Wesermarsch, nach Nordenham gefahren. Nordenham liegt gegenüber von Bremerhaven, auf der anderen Weser-Seite. Wie man die Einheimischen oft zu Unrecht sagen hört ist in Nordenham nichts los. Auf den ersten Blick scheint es auch so. In fotografischer Hinsicht ist Nordenham für mich auf jeden Fall eine Herausforderung. Es gibt keine attraktive Altstadt, wenige Sehenswürdigkeiten. Der Ort ist flächenmäßig ziemlich ausgedehnt. Was eine Erkundung zu Fuß als sehr mühsam, teilweise sehr schwierig macht. Samstags ab ca. 14:00 Uhr trifft man in der Innenstadt zudem relativ wenig Menschen an. Ganz anders als ich es von Hamburg kenne.

Nordenham, Ludwigstraße, 2017

Genau darin besteht dann die Herausforderung: In einer Stadt/Gemeinde zu fotografieren, wo du schon auffällst, weil du mit einem Fotoapparat um dem Hals als auffällig giltst. Das ist auch gleich der erste Punkte, den ich überwinden muss: Mit meinem Fotoapparat in der Hand, bzw. um den Hals herumzulaufen. Da nach meinem Verständnis Fotografie immer etwas mit Achtsamkeit  zu tun hat, spaziere ich nun los, in der Hoffnung auf Motive die mich ansprechen.

Nordenham, Ludwigstraße, 2017

Mein persönlicher „Knackpunkt“ ist immer, egal wo, das erste Bild. Wenn ich das erste Bild gemacht habe läuft es, aber bis das erste Bild gemacht ist können unter Umständen 1-2 Stunden vergehen. Häufig schwirren mir dann so komische Gedanken im Kopf herum was wohl die Anderen von mir denken. Diese Gedanken muss ich jedes Mal abschütteln. Wenn mir das gelungen ist und ich „ganz bei mir bin“ wird es schlagartig entspannt für mich und es gibt nur noch die reine Freude am Fotografieren und er Bewegung an der frischen Luft.

Nordenham, Friedrich-Ebert-Straße, 2017

Komme ich dann aus einer „schwierigen Gegend“ zurück nach Hamburg, sehe ich auch da plötzlich wieder Motive die ich vorher nicht wahrgenommen habe. Die Reise hatte also auch etwas Gutes für meine Fotografie zu Hause.

Nordenham, Wilhelm-Böning-Straße, 2017

Fazit: Ist dir deine Inspiration zu Hause abhanden gekommen, fahre einfach in den nächst gelegen Ort. Das muss nichts großes sein, oder sonst wie lang. Oft genügt ein Tages-Trip und du wirst sehen, dass es für deine Inspiration nicht zum Schaden war.

Nordenham, Walther-Rathenau-Straße, 2017

 

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Nordenham, Blexen, Weserschlößchen, 2017

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© 2019 Uwe Herold

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